Montag, 26. Oktober 2015

Radarwarner, Laserwarner und Blitzer-Apps 2.0

"Wurden Sie heute schon geblitzt?" - mit diesen Worten begrüßte mich am Montagmorgen ein Fax in meinem Büro. Angeblich sei so ziemlich alles nagelneu an den Blitzerwarnern, die mir "unverbindlich & kostenlos" zur Verfügung gestellt werden sollen. Natürlich ohne nerviges Gepiepse, vollkommen fehlerlos - und steuerlich absetzbar!
Der Werbezettel für Warnsysteme kam mir dabei sofort bekannt vor... und siehe da, schon vor einigen Monaten habe ich ein sehr ähnliches Fax erhalten (Link). Natürlich hat mich das nicht interessiert, schließlich fahre ich immer vorbildlich und übertrete nie irgendeine Regel ;-)
 

Radarwarner, Laserwarner und Blitzer-Apps sind illegal!

Aber Vorsicht: Radarwarner, Laserwarner und sogar Blitzer-Apps dürfen in Deutschland nicht im Straßenverkehr benutzt werden, wie ich auch schon hier in meinem Blog erläutert habe.
 
Daher kann man ich nur von einem Kauf abraten (obwohl der Kauf selbst nicht verboten ist), erst recht wenn es sich um einen derart unseriösen Verkäufer handelt wie in meinem heutigen Fall...
 
Also: lasst bloß die Finger von Radarwarnern und Laserwarnern und schmeißt solch undurchsichtigen Anbieter bitte kein Geld in den Rachen.

Montag, 20. Juli 2015

Auf dem Rücken der Pferde - oder: Tiere im Straßenverkehr


Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde. Diesen - zugegeben - etwas abgedroschenen Spruch kann ich seit Kurzem nachvollziehen: erstmals wagte ich mich in luftige Höhen und ritt auf einem Pferd (siehe stolzer Reiter auf dem Foto). Mein erfreuliches Erlebnis nehme ich nun zum Anlass, um ein wenig über das Thema "Pferde im Straßenverkehr" aufzuklären. Falls ihr euch auch für betrunkene Bierkutscher interessiert, dann geht's hier entlang zum Artikel "Das Bierkutscher-Urteil".

Welche Regeln gelten im Straßenverkehr für Pferde und Reiter?

Pferde mitsamt Reiter erblickt man, zumindest in ländlichen Gegenden, immer mal wieder auch im öffentlichen Straßenverkehr. Nicht selten kommt es dabei zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern. Was darf der Reiter denn nun eigentlich und was darf er nicht? Blicken wir einmal in die Straßenverkehrsordnung.

Die Grundregel der StVO: ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht

Die Grundregel der StVO lautet, dass die Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht erfordert. Straßenverkehrsteilnehmer haben sich zudem so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird, vgl. § 1 Abs. 1, 2 StVO.

Tiere in der StVO: die speziellen Regeln

Daneben gibt es aber auch spezielle Regelungen für Tiere und sogar ausdrücklich für Pferde im Straßenverkehr. Nach § 28 Abs. 1 StVO haben generell alle Haus- und Stalltiere nichts auf der Straße verloren, wenn sie den Verkehr gefährden können. Zugelassen sind diese Tiere aber, sofern sie von geeigneten Personen begleitet werden, die auch ausreichend auf die Tiere einwirken können. Also müssen Pferd und Reiter u. a. ausreichend ausgebildet sein. Tiere dürfen nicht von Kraftfahrzeugen aus geführt werden. Nur bei Hunden ist es erlaubt, diese vom Fahrrad aus zu führen.

Ein Reiter wird gemäß § 28 Abs. 2 StVO genau so behandelt wie ein Fahrzeug. Er wird also dem Fahrverkehr gleichgestellt, sodass alle Verkehrsschilder und Verkehrsregeln auch für ihn gelten. Deshalb darf ausschließlich auf der Fahrbahn und nicht etwa auf dem Radweg oder Gehweg geritten werden. Außerdem muss auch ein Reiter bei Dunkelheit ausreichend beleuchtet sein, § 17 StVO.

Wie sollte man sich als Autofahrer gegenüber Pferd und Reiter verhalten?

Begegnet man als Autofahrer einem Pferd, so ist zwingend besonders viel Sicherheitsabstand zu halten (weit auf die Gegenfahrbahn fahren) und die Geschwindigkeit zu reduzieren (so entschied das OLG Hamm im Jahr 1993). Pferde sind als Fluchttiere besonders schreckhaft, sodass jede Irritation zu vermeiden ist. Also: keinesfalls nah auffahren, mit dem Gas spielen oder gar hupen - auch, wenn es mal etwas länger dauern sollte. Schon eine kleinere Ablenkung des Tieres kann für den Reiter und auch für Autofahrer (lebens-) gefährlich sein, weil das Pferd unkontrolliert die Flucht ergreifen könnte. Bitte vergesst nicht, dass ein durchschnittliches Hauspferd schnell 600kg oder mehr wiegen kann. Auch wenn man sich im Auto zunächst sicher fühlen mag, so kann ein Zusammenstoß doch auch für den Autofahrer verheerende Folgen haben.

Trotzdem sollte man sich weder die Freude am Reiten, noch die Freude am Fahren nehmen lassen. Gegenseitige Rücksichtnahme und ständige Vorsicht sind die Schlüssel. In diesem Sinne: viel Spaß!


[Quellen:http://www.pferd-aktuell.de/breitensport/ausreiten-und--fahren/vorschriften-fuer-das-ausreiten-und--fahren/bundesrecht/bundesrecht;
OLG Hamm in NZV 1994, 190 = Urt. v. 16.12.1993, Az. 27 U 156/93;
http://www.pferderecht.pro/pferde-im-strassenverkehr.htm]