Mittwoch, 29. Januar 2014

ADAC-Luftrettung mal anders: Heli als Mega-Föhn

Der ADAC kommt nicht aus den Schlagzeilen. Aktuell wird gemeldet, dass die Luftrettung auf verschiedenste Weise zweckentfremdet worden sei. Seit heute geht außerdem etwas besonders Kurioses und auch Fragwürdiges über die Ticker: der ADAC habe auf Anfrage der Eintracht Braunschweig im Februar 2006 einen regulären Rettungs-Helikopter (keine Reservemaschine!) eingesetzt, um deren Fußballplatz trocken zu pusten! Eine ganz besondere Art der Luftrettung...

Besonders fragwürdig ist dieser Einsatz, wenn man bedenkt, dass der Hubschrauber schließlich dafür gedacht ist, Menschenleben zu retten. Man könnte im Einzelfall sogar an Straftaten wie "unterlassene Hilfeleistung" an Verletzten oder auch "Untreue" gegenüber ADAC-Beitragszahlern denken... Der ADAC hat sich damit verteidigt, dass ein Rettungseinsatz jederzeit möglich gewesen wäre, da sich ein Rettungssanitäter und sogar Notarzt an Bord befunden hätten. Aber was wäre denn etwa, wenn der Heli wegen seines Einsatzes als Föhn nicht mehr genügend Sprit an Bord gehabt hätte, um eine Unfallstelle zu erreichen? Ein zusätzlicher Tankstopp am Stützpunkt der Luftrettung kann Leben kosten. Ich halte das Vorgehen des ADAC für unverantwortlich. Was denkt ihr?

(Quelle: Andre Tauber in: Die Welt, http://www.welt.de/wirtschaft/article124323393/ADAC-Heli-trocknete-Rasen-im-Braunschweiger-Stadion.html)