Sonntag, 5. Januar 2014

200 km/ h auf der Überholspur - zu schnell?

Hallo!

Hier ist er nun, mein erster Post auf dem Recht-der-Straße-Blog. Und schon geht es um etwas, das sicherlich jeder von uns gern ab und zu macht: schnelles Fahren auf der Autobahn!

Wie ihr sicherlich wisst, gilt auf Autobahnen eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wenn ihr aber nun das nächste Mal mit Topspeed über die Bahn heizt - was ja grundsätzlich durchaus erlaubt ist -, bedenkt bitte Folgendes: Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz urteilte am 14.10.2013, dass ein Fahrer trotz schweren Fehlverhaltens des Unfallgegners (!) zu ganzen 40 % mithaftet, nur weil er mit 200 km/h unterwegs war. Allein die deutliche Überschreitung der Richtgeschwindigkeit rechtfertige diese Mithaftung. Denn durch das schnelle Fahren könne der Fahrer in der Regel nicht mehr rechtzeitig auf unerwartete Verkehrssituationen reagieren und einen Unfall vermeiden. Dies gelte in besonderem Maße für Fahrten bei Dunkelheit.

Im Fall war es so, dass ein Fahrer - nennen wir ihn "Heizer" - mit 200 km/h auf der Überholspur unterwegs war und sich dem Bereich einer Autobahnauffahrt näherte. Ein weiteres Fahrzeug - nennen wir den Fahrer "Egoist" - befand sich auf dem Beschleunigungsstreifen. Der Egoist fuhr dann plötzlich von der Auffädel-Spur quer über die Straße und unmittelbar vor dem Heizer auf die Überholspur, sodass es zum Zusammenstoß kommen musste. Das Ende vom Lied: der Heizer erhält nur 60 % seines Schadens ersetzt und muss dem anderen zudem 40 % von dessen Schaden ersetzen.