Montag, 20. Januar 2014

Lasset die Saufspiele beginnen!

Eines Samstagvormittags besuchten zwei Bekannte gemeinsam eine deutsche Ausgabe der Highland-Games. Sie fuhren mit dem Auto hin. Nach der Ankunft hieß es dann: lasset die Saufspiele beginnen! 

Beide becherten ordentlich Met aus dem Trinkhorn (und bestimmt auch härtere Sachen). Gegen Mittag wollten sie wieder zurückfahren - natürlich mit dem Auto. Der Fahrer lenkte den Wagen auf die Autobahn. Der Beifahrer war nicht angeschnallt und ließ lässig seinen Arm aus dem Fenster hängen. Doch dann passierte es: der Fahrer verlor die Kontrolle, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und schrammte an der Leitplanke entlang! Etwas unschön für den Beifahrer, dessen Kopf hin- und hergeschleudert wurde und dessen Arm ja draußen hing... Resultat: Trümmerbrüche von der Nase bis zum Hinterkopf, mehrfache Brüche von Ellbogen, Fingern und Handgelenk sowie starke Hautabschürfungen… Es stellte sich später heraus, dass der Fahrer mittags gegen 2 Uhr eine Blutalkoholkonzentration von satten 3,14 Promille hatte! Der Beifahrer klagte auf Ersatz aller Schäden, weil der Fahrer den Unfall vollständig allein verursacht hatte.

Und was sagt das OLG Karlsruhe (Urteil vom 30.01.2009, Az.  U 192/08): Vollen Ersatz sämtlicher Schäden? Denkste! Mitverschulden des Beifahrers von einem Drittel! Begründung: Der Beifahrer war betrunken und hat dadurch (zumindest) fahrlässig verursacht, dass er nicht mehr "einsichtsfähig" war. Also trägt er selbst die Schuld daran, dass er sich nicht gegen das Mitfahren entschieden hat. Deshalb ganz wichtig, wenn auch irgendwie naheliegend: bloß nicht zu angetrunkenen Fahrern ins Auto steigen! Und als Fahrer gilt: immer darauf achten, dass jeder Insasse angeschnallt ist!