Montag, 6. Juli 2015

Radarwarner, Laserwarner und Blitzer-Apps

Überraschung heute früh im Büro: das Faxgerät hatte ein Werbe-Blättchen für Radarwarner ausgespuckt. Eine unerlaubte Zusendung mit Absender-Adresse auf den British Virgin Islands, bekannt als Steuerparadies in der Karibik. Beim Googlen nach dem Firmennamen erscheinen sofort Warnungen wie "unseriös" oder "Spam". Die Antwort soll erfolgen an Faxnummern aus Amsterdam oder London. Hinweise auf RTL und RTL II sollen die Qualität und Seriosität unterstreichen. Ach ja, natürlich alles kostenlos und unverbindlich bei 8-wöchiger Testphase. Die Rechtschreibfehler im Text runden das Bild ab ;-) Ob es wirklich Leute gibt, die darauf hereinfallen und dort etwas bestellen? 

Jedenfalls möchte ich dieses amüsante Fax nutzen, um allgemein etwas zu Radarwarnern, Laserwarnern und Blitzer-Apps zu erzählen.

Radarwarner, Laserwarner und Blitzer-App. Was ist es und was macht es?

Blitzer-Warner (Radar- und/ oder Laserwarner) sind etwa handtellergroße elektronische Geräte, die elektromagnetische Wellen eines bestimmten Frequenzbereichs erkennen und dann einen Warnton erzeugen. So werden Autofahrer gewarnt, sobald ein feststehender oder mobiler Blitzer in der Nähe ist und das Fahrzeug mit eben solchen Wellen erfasst. Es gibt reine Radar- oder Laserwarner, aber auch Kombinationsgeräte, die sowohl Radar als auch Lasermessungen erkennen können.

Neuerdings wurden auch verschiedene Blitzer-Apps für Smartphones in Umlauf gebracht, die feste und auch mobile Blitzer anzeigen und davor warnen. Die Radarfallen sind in einer Datenbank gespeichert und werden dem Autofahrer angezeigt, sobald er sich laut GPS dem Blitzer annähert. Neue Radarfallen können per Tastendruck von den Nutzern hinzugefügt werden, nicht mehr vorhandene Blitzer können genau so entfernt werden. Dadurch ist eine Aktualisierung gewährleistet.

Benutzt man einen solchen Blitzer-Warner, haben Radarfallen keine Chance. Klingt doch super, oder? Aber Vorsicht...

Sind Radarwarner, Laserwarner und Blitzer-Apps erlaubt?

Kauf und Besitz von Blitzer-Warnern ist in Deutschland zwar nicht verboten. Allerdings ist es illegal, die Geräte im Straßenverkehr zu betreiben oder auch nur betriebsbereit mitzuführen! Ein solcher Verstoß gegen § 23 Abs. 1b StVO wird in der Regel mit einem Bußgeld von 75 € und sogar einem Punkt in Flensburg bestraft. Außerdem darf die Polizei das aufgefundene Gerät sicherstellen und ggf. vernichten, sofern dies verhältnismäßig ist. Rechtsgrundlage sind u. a. die Polizeigesetze der Bundesländer.

Auch die Benutzung einer Blitzer-App ist im Straßenverkehr nicht erlaubt und führt zu den o. g. Konsequenzen (75 € Bußgeld + 1 Punkt). Allerdings wird wohl kaum mit einer Sicherstellung oder gar Vernichtung des Handys zu rechnen sein (jedenfalls wäre dies meines Erachtens rechtswidrig).

Die Benutzung vom Handy am Steuer ist auch grundsätzlich verboten. Lest hierzu gern meinen früheren Blog-Artikel "Handy am Steuer - was ist verboten und was ist erlaubt?".

Außerdem stellt das Anbieten, Verkaufen und Bewerben solcher Geräte einen unlauteren Wettbewerb dar. Geschlossene Kaufverträge sind sittenwidrig, sodass der Käufer bei Mängeln keine Gewährleistungsrechte geltend machen kann und der Verkäufer den Kaufpreis nicht einklagen kann. 

Fazit: lasst die Finger von Radarwarnern und Laserwarnern

Deswegen kann ich vom Kauf von Radarwarnern und Laserwarnern nur abraten. Die Risiken sind zu groß. Man läuft nicht nur Gefahr, sich ein Bußgeld und sogar einen Punkt in Flensburg zu "verdienen", sondern man riskiert auch, das nicht gerade günstige Warngerät komplett zu verlieren. Wenn es nicht funktioniert, hat man ohnehin verloren und steht blöd da.

Dann tut man sich auch noch den Stress mit Polizei und/ oder Ordnungsbehörde an, zuckt jedes Mal zusammen, wenn ein blau-silbernes Auto um die Ecke biegt... Außerdem - was noch viel wichtiger ist - wird man durch die Warner doch nur dazu verleitet, (viel) zu schnell zu fahren. Also: Finger weg von Blitzer-Warnern!